2020
Eva
enhanced visual access
Barrierefreiheit ist ein wichtiger Faktor, um im nutzerzentrierten Gestaltungsprozess von grafischen Oberflächen ein umfassendes Nutzererlebnis für alle zu schaffen. Meine Forschungsarbeit exploriert am Beispiel von visuellen Einschränkungen, welche Herausforderungen UX-Designer mit der Integration von Barrierefreiheit in ihren Arbeitsprozess haben und wie diese verhindert werden können. Als Grundlage werden Bewusstsein und Wissensstand der Designer analysiert und zueinander in Beziehung gesetzt. Zusätzlich wird beleuchtet, in wieweit Sensibilisierung eine Möglichkeit zur verbesserten Integration bietet. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass ein geringes Bewusstsein für Barrieren und der niedrige Wissensstand ausschlaggebend für eine geringe Einbindung von Barrierefreiheit im nutzerzentrierten Gestaltungsprozess ist. Als Lösung wird ein Barriere-Assistent dargestellt, der in digitalen Projekten Hilfestellungen für eine barrierefreie Umsetzung von digitalen Produkten bietet.
Herangehensweise

In einer qualitativen Untersuchung werden User Experience und Visual Designer mit unterschiedlichen Berufserfahrungen zu ihren Erfahrungen und Vorgehensweisen bezüglich der Einbindung und Nutzung von Barrierefreiheit interviewt.
Zielgruppe


Research
8 Interviews
4 Senior Designer | 4 Junior Designer
24-53 Jahre alt
1.5-26 Jahre Berufserfahrung
3 Kategorien
3 Kategorien
Bewusstsein
Die Kategorie beschreibt, ob es eine Vorstellung davon gibt, was Barrieren sind und warum sie vermieden werden sollten.
Wissen
Die Kategorie beschreibt den Wissensstand über Barrierefreiheit und wie vertraut die Designer mit den Werkzeugen zur Erstellung einesbarrierefreien Designs/Konzepts sind.
Integration
Diese Kategorie analysiert die Integration der Barrierefreiheit in einProjekt.
Auswertung

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass ein geringes Bewusstsein für Barrieren und der niedrige Wissensstand ausschlaggebend für eine geringe Einbindung von Barrierefreiheit im nutzerzentrierten Gestaltungsprozess ist. Aus diesem Grund wird die Annahme, dass durch eine Sensibilisierung für das Thema die Integration verstärkt werden kann, durch die Entwicklung eines Barriere-Assistenten weitergehend untersucht.
Aufbauend auf dieser Erkenntnis wird im Anschluss ein Konzept entwickelt, welches anhand von einem Prototyp-Assistenten mittels induktiven Usability-Test, mit fünf Probanden, untersucht wird.
Konzept
Es ist zu erwarten, dass der Zugriff auf einen Nutzer, der unterschiedliche Behinderungen vertritt und zusätzlich fachliche Kenntnis zu Barrierefreiheit einbringen kann, nicht bei jeder Produktentwicklung möglich ist. Aus diesem Grund bietet sich eine digitale Alternative an. Der digitale Barrieren-Assistent soll es ermöglichen, Informationen für unterschiedliche Barrieren empathisch und im Projektkontext zu vermitteln. Der Perspektivwechsel wird durch einen Avatar ermöglicht, der mittels Fragen definiert, welche Kriterien für ein Projekt von Bedeutung sind. Diese Kriterien werden anhand von Beispielen verdeutlicht und durch thematisch vertiefende Quellen und Informationen ergänzt. So sollen Design-Lösungen, die allein auf der Grundlage der Fähigkeiten eines Designers entstehen, bekannt als Fähigkeitsverzerrungen, verhindert werden. Ziel ist es, durch den Perspektivwechsel zu verstehen, wie ein Mensch mit Behinderung mit einer digitalen Oberfläche interagiert. Der Fokus liegt hierbei auf dem direkten Empfinden, Sehen und Erleben der Barrieren anhand von Beispielen. Hierzu wird explizit nicht das Format der Checkliste gewählt, sondern dem Designer über zusammenhängende Informationen Hintergrundwissen vermittelt. So versteht der Designer, wie ein barrierefreies Design funktioniert und wie er es erreichen/argumentieren kann. Ziel ist es, durch vertiefende Kenntnisse, eine möglichst tiefe, automatisierende Integration in Projekten zu schaffen.
Zielkriterien
- Jederzeit verfügbar
- Möglicher Verzicht auf einen Sponsor User in den ersten Schritten
- Verdeutlichung der Notwendigkeit von Barrierefreiheit
- Hilfestellung zur Umsetzung von Barrierefreiheit
- Hilfestellung beim Gestaltungsprozess
- Einsetzbarkeit zu Beginn und im späteren Verlauf der Produktentwicklung
- Hilfestellung bei der Projektvorbereitung
- Übersicht über Kriterien und Informationsquellen
- Vor einem Projekt und in einem Projekt einsetzbar
- Hilfestellung beim Ermitteln von Projektschwerpunkten
- Hilfestellung bei der Darstellung /Argumentation gegenüber dem Kunden
Prototyp
Ergebnis
In der Gesamtheit hat der Usability-Test ergeben, dass das Konzept eines digitalen Assistenten unterstützend beim Aufbau von Wissen und Bewusstsein für Barrierefreiheit eingesetzt werden kann. Somit bietet der Assistent eine Möglichkeit, die Integration von Barrierefreiheit im UX-Gestaltungsprozess zu verbessern un die Herausforderungen, denen sich UX-Designer bei der Integration von Barrierefreiheit in ihre Arbeitsprozesse stellen müssen, zu meistern.
Der Assistent bietet die Möglichkeit durch einen Perspektivwechsel, Barrieren abzubauen und den Betroffenen die Wiedererlangung ihrer Unabhängigkeit zu ermöglichen. Durch die Einbindung von Barrierefreiheit werden wirtschaftliche und soziale Potenziale ausgeschöpft.

Die Lösung - EVA „enhanced visual access“
1. Barriere-Assistentin Eva
2. Website mit einem persönlichen Assistenten, der auf spielerische Art und Weise den Benutzern hilft, durch Beispiele und Erklärungen zugängliches Design zu lernen
3. Führt Schritt für Schritt durch den UX-Prozess und hilft dem Benutzer, die verschiedenen Bereiche eines Projekts zugänglich zumachen.
4. Informationen zu verschiedenen Barrieren werden imProjektkontext empathisch vermittelt
5. Wechsel der Perspektive
6. Der Fokus auf die direkte Wahrnehmung, das Sehen und Erleben
7. Gamification

Prototyp 2

Tools


In Kooperation mit IBM iX
